Pflanzen-Devas

Die Klugheit der Pflanzen

Darf ich Sie an dieser Stelle kurz in die „geheimnisvolle Welt der Pflanzen“ einführen? Neueste Forschungen bringen da Erstaunliches zu Tage. Wer dazu mehr wissen möchte, sei auf die TV-Dokumentation und das Buch „Kluge Pflanzen“ von Volker Arzt verwiesen, erschienen im Bertelsmann-Verlag.

Die Frage ist weniger, ob Pflanzen intelligent sind, als vielmehr, ob wir intelligent genug sind, sie zu verstehen. Pflanzen sind beileibe keine simplen, passiven Organismen, sondern sie erkennen mit ihren Sinnen, was um sie herum geschieht und entscheiden sich für eine angemessene Verhaltensweise.

Oder wie ist es anders zu erklären, dass z. B. die Samen des wilden Tabaks in amerikanischen Wüstensteppen erst auf den Brandgeruch reagieren und sich damit den Vorteil verschaffen, als Erstes nach einer immer wiederkehrenden Feuersbrunst gleich auszukeimen und zu wachsen, wenn alle anderen Pflanzen noch verbrannt sind. Das erste Grün, ohne Konkurrenz der anderen Pflanzen. Nun, im stetigen Kreislauf und im Kampf der Pflanze gegen die Fraßfeinde, die sich dann natürlich sofort auf die frischen Tabakpflanzen stürzen, erzielen nicht immer die vermeintlich intelligenteren Tiere den Sieg. Kommen nun Insekten, um sich am Tabak genüsslich zu tun, produzieren die Wurzeln sofort das starke Gift Nikotin, dass dann bis in die Blätter wandert und der Insektenfraß so augenblicklich gestoppt wird. Nun tritt der Tabakschwärmer in Aktion, der Tausende von Eiern in die Tabakpflanze legt. Die daraus entstehende Manduca-Raupe ist erstens immun gegen Nikotin, zweitens braucht sie das Nikotin sogar dringend, das sich dann in ihrem Körper einlagert und sie gleichermaßen vor Fressfeinden schützt. Diese Runde geht wohl an die Tabakschwärmer. Weit gefehlt. In diesem Stadium erkennt die Tabakpflanze am Speichel die Art der Raupe, stoppt die Nikotinproduktion und sendet durch Austritt von kleinen Tröpfchen einen intensiven Duft, der spezielle Raubwanzen anlockt, die dann wiederum ihre Eier in die jungen Raupen legen und von den entstehenden Larven aufgefressen werden. Man fragt sich natürlich nun, wie macht die Tabakpflanze das? Ohne Gehirn, Nerven, Muskeln etc. Tja, da passt auch das nachfolgende Beispiel, bei dem Wissenschaftler eine Mimose mit Ätherduft zu betäuben versuchten. Mimose deshalb, da ja Berührungen von außerhalb auf ihre Blätter eine sichtbare Einziehung der Blätter nach sich ziehen. Nach einer Behandlung mit Ätherduft war die Mimose tatsächlich betäubt. Ihr Schutzmechanismus, das Zusammenlappen ihrer Blätter, funktionierte nicht mehr. Nun, auch hier stellt sich die Frage, wie das bei der Pflanze ohne Großhirn, Nerven oder Muskeln abläuft? Da gibts dann noch sehr viele Beispiele mit anderen Pflanzen, Bäumen und Blumen. Vom Akazienbaum, der in seinen dicken hohen Stacheln ganze Ameisenvölker leben lässt, sie auch noch füttert mit seinen Zuckerausscheidungen und dann in den Genuss kommt, dass sämtliche Fraßfeinde durch die Ameisen abgewehrt werden, bis über die mexikanische Bohne, die mit dem Duft Methyl-Jasmonat eine Schlupfwespe anlockt, die ihre Feinde vernichtet bis zur Musik-Beschallung von Weinbergen im Elsass, bei dem nachweislich der Zuckeranteil steigt und der Geschmack und das Aroma besser werden. Ungewöhnliches und Erstaunliches zeigen uns, dass die Pflanzen auch höher entwickelte Lebewesen sein müssen, die noch so mancherlei Überraschungen aufdecken können.

Dieser kleine Ausflug in das geheimnisvolle Leben der Pflanzen soll nur ein bisschen sensibel machen für z. B. den Unterschied von natürlichen Düften und synthetischen Laborimitaten, für die feinstoffliche Energie und Lebendigkeit von Kräutern und Pflanzen in Naturkosmetik und vielleicht das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit schärfen für die große Wunderwelt der Pflanzen. Wir im Umgang und in der Arbeit mit Pflanzen entdecken da auch immer wieder neue Überraschungen, die uns vor Ehrfurcht erstaunen lassen. Und vieles ist noch unbekannt und wartet darauf, entdeckt und bekannt gemacht zu werden. Deswegen an dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an all die Pflanzen, Blumen, ihrer Kräuter, die uns mit ihrem Aussehen, ihrer Wirkung und ihrem Duft das Leben verschönern.

Unser Katalog gibt hierzu keine fertigen Antworten, sondern er soll ein bisschen dazu beitragen, Erlebnisse, Erfahrungen und Empfindungen, die mit der Arbeit in und mit der Natur zusammenhängen, sichtbar zu machen, vielleicht neue Denkanstöße zu liefern, um alt eingesessene Dogmen zu überdenken. Dies sollte eine Sichtweise sein, die ohne den erhobenen Zeigefinger auskommt. Einfach nur im Anschauen und im Mitempfinden von erlebten Erfahrungen mit der Natur, im Staunen über alte und neue Erkenntnisse. Und auch wir entwickeln uns weiter, erleben Freude und das Erstaunen über neu entdeckte Öle. Im Umgang mit Kräutern, Ölen und Düften hoffen wir, Sie dazu zu ermuntern, Impulse zu entwickeln, dadurch Verbesserungen im alltäglichen Lebensgefühl einzuleiten, die Sinne zu schärfen für das Göttliche in der Natur und dadurch etwas mehr Wohlbefinden und positive Lebenseinstellung zu fördern. Sei es mit unseren Produkten, sei es mit einem schönen Duft oder nur mit der Vielfalt der Erkenntnisse aus der Natur.

Aber jetzt weiter mit dem Katalog. Weit über zwei Jahre intensive Arbeit stecken in diesem Katalog. Viel Zeit und Bemühungen gingen in die Erforschung der einzelnen Pflanzen und Kräuter, da viele davon hierzulande kaum bekannt waren oder sind. So etwas lässt sich nicht beliebig oft wiederholen, zumal auch noch andere Aufgaben bewältigt werden wollen. Der komplexe Bereich in der Destillation erfordert eine große Aufmerksamkeit, da ja jede Pflanze ihren eigenen Charakter hat und dies dementsprechend auch beachtet werden muss. Unsere Arbeit ist kein stetig wiederkehrender Ablauf von arbeitstechnischen Handlungen, sondern immer wieder anders, immer wieder neu. Pionierarbeit in vielen Bereichen, die eine stete Aufmerksamkeit und Lernaufgaben mit sich führen. Gott sei Dank wandelt sich langsam die monotone Einkaufstätigkeit von „billig und viel“ und geht in den Bereich, dass der Verbraucher wissen will, was er konsumiert. Wo kommt es her, wie wird es hergestellt, was gibt es für Informationen hinter dem Produkt? Und da, liebe Kunden, sind Sie bei uns richtig. 30 Jahre lang versuchen wir Ihnen nun schon Hintergrundinformationen zu liefern. Das Interesse an unserem Katalog und die Rückmeldungen dazu zeigen uns, dass wir nach wie vor auf dem richtigen Weg sind. Dies ist das Hauptargument für unseren Katalog. Er zeigt Ihnen auch unsere Manufaktur, die Menschen, die hinter der Herstellung stehen. Unsere Produkte und wir sind nicht anonym.

Trotzdem, wie anfangs schon erwähnt, wird dies der „letzte kleine Dicke“ sein. Die Gründe liegen auf der Hand. Zum einen ist es eine große finanzielle Belastung, da der Katalog nicht in die Kalkulation unserer Produkte einberechnet wurde. 50.000 € ist eine stolze Summe für eine kleine Manufaktur wie uns. Auch aus diesem Grund müssen wir zum ersten Mal eine Schutzgebühr von 10 € pro Katalog (Kataloge sind erhältlich bei Mitteilung der Postanschrift bzw. Kundennummer sowie Vorauskasse auf das eigens dafür eingerichtete „Katalogkonto“ Nr. 7031821 bei der Kreissparkasse Heilbronn BLZ 62050000) verlangen. Bei vorherigen Katalogen baten wir um eine freiwillige Schutzgebühr in Form von Briefmarken. Leider hat sich das nicht bewährt. Wir denken aber, dass dieser Katalog seine 10 € wert ist. Ältere Kataloge von uns wurden schon im Internet für mehr ersteigert. Zudem ist er doch ein kleines Nachschlagelexikon im Bereich Pflanzenöle und ätherischer Öle, welches es derzeit in dieser Form wohl nicht gibt. Ein weiterer Grund für die Einstellung des Kataloges ist seine lange Laufzeit von über drei Jahren. In der heutigen schnelllebigen Zeit schwanken die Rohstoffpreise wie ein Schiff auf stürmischer See. Beim letzten Katalog stieg der Sandelholzpreis um das 10-fache. Solche gewaltigen Preissprünge und Schwankungen können wir natürlich nicht auf so lange Zeit wegstecken. Wenn selbst unsere Mitbewerber/Konkurrenz bei uns in größeren Mengen einkaufen wollen, weil der Abgabepreis unter dem Einkaufpreis liegt, macht uns das schon nachdenklich. Deswegen sehen Sie bitte die Preise als ungefähre Richtpreise an, die wir nicht auf die ganze Kataloglaufzeit garantieren können. Wir sind bemüht, die Preise konstant über die Katalogdauer zu halten, können aber vereinzelte Preiskorrekturen nicht ausschließen.

Nach Ablauf dieses Katalogs sind alle Produkte und natürlich die gewohnten Hintergrund-Informationen nur noch über unseren Shop einsehbar. Hier lässt sich einfach, unkomplizierter und natürlich preisgünstiger etwas verändern.

Es wäre natürlich schön, wenn Ihnen dieser kleine, dicke Katalog ein bisschen ans Herz wachsen würde, wie ein treuer Wegbegleiter zum Lesen und Schmökern von unserer Manufaktur mit all ihren Einblicken, Informationen und Menschen, die dahinter stehen und sich doch diese für mich gewaltige Anstrengung und Arbeit gelohnt hat. Vielleicht spüren Sie schon beim Lesen den Duft, der zwischen den Zeilen hochsteigt und Sie einführt in das geheimnisvolle Leben der Pflanzen.